Die Ma¨rchenalmache Wilhelm Hauffs erschienen in den Jahren 1825, 1826 und 1827. Sie bestehen aus drei Teilen: Die Karawane, Der Scheik von A lessandria und seine Sklaven, und Das Wirtshaus im Sp essart. Diese Arbeit konzentriert sich wegen der Rahmenform der Ma¨rchenalmanache auf die Karawane und auf das Hervorheben des inneren Zusammenhanges zwischen der Rahmenhandlung und den Ma¨rchen. Anhand der Ma¨rchen- und Rahmenanalyse werden das Menschenbild und die Wirklichkeit in den Ma¨rchen untersucht. Der erste Ma¨rchenalmanach, die Karawane pra¨sentiert sechs Ma¨rchen als zyklische Rahmenerza¨hlung: Die Geschichte von Kalif Storch, Die Geschichte von dem Gespensterschiff, Die Geschichte von der abgehauenen Hand, Die Errettung Fatmes, Die Geschichte von dem kleinen Muck und Das Ma¨rchen vom falschen Prinzen. Die Erza¨hlgesellschaft setzt sich aus sechs Personen zusammen, den vier Kaufleuten, einem Griechen und einem fremden Reiter. Wa¨hrend der Wanderung der Karawane nach Kairo werden sechs Ma¨rchers der Reihe nach innerhalb der Reisenden in der Wu¨ste vorgetragen. Die Erza¨hler geben vor, daß sie die vorgetragenen Geschichten selbst erlebt ha¨tten (Ich-Form). Dadurch wird die scharfe Grenze zwischen der fiktiven Welt der Ma¨rchen und der Wirklichkeit der Erza¨hler aufgehoben. Die Verknu¨pfung von Rahmenteil und Geschichten wird so noch deutlicher. Die verschiedenen Charaktere sowohl in der Erza¨hlgesellschaft als auch in den verschiedenen Ma¨rchers verko¨rpern unterschiedliche Menschentypen. Ein Mensch wie der Schneider Labakan ist mit seinem Schicksal unzufrieden, seine seelische und moralische Identita¨t gefa¨hrdet. Die Figur des Achmet wird als Mensch mit gema¨Bigtem Verhalten dargestellt. Orbasan, der Herr der Wu¨ste und ein Ra¨uber, offenbart sich am Ende des Erza¨hlens als ein Franzose, der unter der franzo¨sischen Revolution gelitten hatte. Es kann festgestellt werden, daß die Wirklichkeit in den Ma¨rchen Hauffs auf zeitgeno¨ssische Aktualita¨t und gesellschaftlische Zusta¨nde reflektiert.