In der vorliegenden Arbeit geht es darum, aus einer sprechakttheoretischen Perspektive diskriminierende Äußerungen zu analysieren und damit ihre handlungsfunktionalen Typen darzustellen. Die diskriminierende Äußerung ist als Gewalttat aufzufassen, die auf die Verletzung der Bedürfnisse des Partners abzielt. Konkret gesagt, werden entweder das Bedürfnis nach Recht, oder das Bedürfnis nach einem positiven sozialen Gesicht verletzt, wobei erstes auf das Bedürfnis, gleich behandelt zu werden, letzteres auf das Bedürfnis, dass die eigene Identität respektiert wird, bezogen ist.
Der Handlungszweck dieser Bedürfnisverletzung ist mit drei Typen propositionaler Inhalte, d.h. ‘Einteilen in Gruppen’, ‘Negative Erkenntnis’, ‘Offenbarung des Abscheus oder der Aufsässigkeit’ zu verbinden. Diese Kombination bildet die handlungsfunktionale Struktur der diskriminierenden Handlung.
Die diskriminierende Handlung lässt sich darüber hinaus anhand ihrer Handlungsbedingungen klassifizieren. Zu diesen Bedingungen zählen 1) die Intention, das Bedürfnis zu verletzen, 2) das Empfinden der Bedürfnisverletzung. Danach unterteilt man in vier funktionale Typen der Verletzung des Bedürfnisses.
Das Resultat der Analyse dient dazu, die Erkenntnis über diskrimierende Äußerungen zu erweitern, sollte jedoch noch weiter ausgearbeitet werden.