In der vorliegenden Arbeit wird die Beziehung zwischen Spiel und Poesie bzw. die Analyse von Gedichten analysiert. Seit langem plädiert man für eine generelle Übertragbarkeit des Spiel-Begriffs auf Literatur. Der niederländischer Kulturhistoriker Johan Huizinga behauptet in seinem Buch 『Home ludens』: ”Es ist kaum zu verkennen, daß alle Aktivitäten der poetischen Formgebung: das symmetrische oder rhythmische Einteilen der gesprochenen oder gesungenen Rede, das Treffen mit Reim oder Assonanz, das Verhüllen des Sinns, der künstliche Aufbau der Phrase, in diese Sphäre von Natur gehören. Wer Dichtung ein Spiel mit Worten und Sprache nennt, wie es in neuerer Zeit besonders Paul Valéry getan hat, bedient sich keiner Bedeutungsübertragung, sondern trifft den Wortsinn selbst.“
Nach Huizingas Begriff ist Poesie ein Vergnügen und eine Zeremonie, und vor allem ein Spiel mit bestimmten Regeln. Es geht um die strengen Regeln für die künstlerische Gestaltung, wenn man Poesie als Spiel betrachtet. Natürlich gibt es Poesieschreiben, das die Regeln wie Metrik nicht beachtet, Konkrete Poesie zum Beispiel. Aber das bedeutet nicht, dass diese Art von Poesie bzw. Gedicht ohne Regeln gestaltet wird. Hier bestehen auch die Eigenschaften des Spiels durch die Regel der Konstellation anstelle der Metrik. Durch die Funktionen Interaktivität und Inszenierung ist die digital geschaffene Poesie stark mit der Poesie als Spiel verbunden.