Einsamkeit ist seit jeher ein beliebtes Thema der Literatur gewesen. In der Postmoderne unterscheidet sie sich jedoch auf Grund von der großen Vielfältigkeit des Phänomens und ihrem starken Einfluss auf das einzelne Subjekt von der Moderne bzw. Vormoderne. In der vorliegenden Studie wird zunächst der Begriff ‘Einsamkeit’ unter die Lupe genommen und erforscht, inwieweit er in der Postmoderne neu zu definieren ist. Dabei werden die positiven und negativen Seiten des Begriffs im Zusammenhang diverser Theorien zur Einsamkeit der Postmoderne betrachtet. Im Anschluss daran werden die frühen Erzählungen Judith Hermanns im Erzählband Sommerhaus, später zum Thema Einsamkeit des Subjekts analysiert. In den ausgewählten Geschichten geht es vor allem um die Liebe, die wegen der verfehlten Kommunikation zwischen den Figuren nie in Erfüllung geht. Die Figuren stehen einander gegenüber, als ob sie vor einer Glaswand ständen, ohne sich in einer erfolgreichen Weise zu verständigen. Außer der verfehlten Kommunikation werden auch ihre Angst vor einer stabilen und intimen Beziehung sowie ihre pubertären Verhaltensweisen, auf Grund derer sie keine feste Beziehung zu den anderen aufbauen können, als Gründe für ihre unglückliche Liebe behandelt. Zum Schluss wird versucht, die einsamen Lebensbilder der Postmoderne, die in Judith Hermanns Texten zu finden sind, zwischenmenschlich und soziokulturell einzuordnen.