‘Ob der Comic Kunst ist?’ Mit dieser Polemik eroffnet der osterreichische Comiczeichner Nicolas Mahler den Diskurs der begriffs- und gattungstheoretischen Probleme des Comics und weist damit auf die Aktualitat der Comicrezeption in Kunst- bzw. Literaturbetrieb hin. Bekannt als Autor von Literaturcomics, die zumeist auf gleichnamigen Romanen basieren, stellt Mahler eigenstandige Adaptionsbzw. Transformationsmoglichkeiten der Literatur vor. Die selbstironische, paradoxe Attitude des Comiczeichners wird den konventionellen Barrieren und Grenzsetzungen der Literaturcomics gegenubergestellt - als ein “Absurdes”, das als Ausgangspunkt fur die Mahlerschen Arbeiten dient.
Dieser Beitrag nimmt auf die “Absurditat der Literaturcomics” Bezug und untersucht, wie sich dieses Paradox auf die eigenstandige Charakterisierung in Franz Kafkas nonstop Lachmaschine auswirkt. Im Zentrum steht dabei das Verhaltnis von Literatur und Comic sowie die Korrespondenz von Bild und Text: Der monotone, extrem minimalisierte, karikaturhafte Zeichenstil und die repetitive Erzahlweise Mahlers demonstrieren in einer selbstironischen Brechung die Problematik des elitaren Kunstverstandnisses; die Grenzen zwischen Hoch- und Popkultur werden aufgeweicht, durchbrochen und in Frage gestellt. Zugleich werden die Format- und Genrespezifika der Literaturcomics hinsichtlich ihrer intertextuellen Zusammenhange analysiert. Die direkt-indirekt vorhandenen Literaturbezuge im Comic veranschaulichen unterschiedliche Modi der Literaturadaptionen und Arten der Textbearbeitung in Form von Pastiche, Parodie und Travestie.