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KCI 등재
현대 예술 및 문화 : 문화 정체성의 이해와 수용 -독어독문학 수업에서 문화교육 강화를 위한 고찰-
Verstandnis und Rezeption von kultureller Identitat -Uberlegungen zur verstarkten Kulturbildung im Unterricht der Germanistik-
신혜양 ( Hye Yang Shin )
UCI I410-ECN-0102-2009-680-008479714

Kultur ist Inbegriff aller menschlichen Arbeit und Lebensformen. So wie die Wirklichkeit im Bewusstsein eines Menschen subjektiv konstruiert wird, ist der Kulturbegriff auch ein soziales und diskursiv gedeutetes Konstrukt. Man deutet und schafft seine Welt und Wirklichkeit auf der Basis im Verlauf seiner Sozialisation erlernten Mustern, die man in der Regel in Diskursen als allgemein bekannt und selbstverstandlich voraussetzen kann, die aber auch jederzeit zum Gegenstand diskursiver und kontroverser Deutungsprozesse werden konnen. Diejenigen Muster von einer gewissen Stabilitat, die im kulturellen Gedachtnis einer Gruppe gespeichert und uberliefert sind, nennt Claus Altmayer ``kulturelle Deutungsmuster``. Der Bestand an kuturellen Deutungsmustern, der einer Gruppe als gemeinsamer Wissensvorrat fur die gemeinsame diskursive Wirklichkeitsdeutung zur Verfugung steht, ist nach Altmayer ``Kultur`` dieser Gruppe. Kulturelle Identitat wird durch Sozialisation beziehungsweise Enkulturation eines Menschen erzeugt. Kulturgeschichtlich scheint es vielmehr sinnvoll, kulturelle Identitat dynamisch zu denken, um der Vielschichtigkeit menschlicher Wirklichkeit gerecht zu werden. Kulturelle Deutungsmuster durfen nicht von vornherein mit national definierten Gruppen gleichgesetzt werden. Jede Gruppe von Individuen, sofern sie sich selbst als Gruppe identifiziert, muss uber einen gemeinsamen Wissensfundus und damit uber einen gewissen Vorrat an kulturellen Deutungsmustern verfugen, damit sie sich uberhaupt als Gruppe definieren kann. Kultur wirkt sich als Vorrat an Deutungsmustern auf die Individuen und deren kognitiven Apparat nicht pragend oder gar determinierend aus, sondern wirkt eher als eine Art offener Fundus, aus dem sich die Individuen fur die Deutung und Bewertung von Situationen, Texten usw. bedienen konnen. Diese kulturellen Deutungsmuster konnen als nutzbringende Lerngegenstande einer kulturwissenschaftlich transformierten Landeskunde bzw. eines Literaturseminars im Fachbereich Germanistik verwendet werden. Bei der Interaktion zwischen einem deutschsprachigen Text und einem fremdsprachigen Rezipienten geht es um zwei strukturell verschiedene Ebenen mit kulturellen Deutungsmustern, und zwar eine kulturanalytische Ebene der Texte und Diskurse selbst und eine andere der konkreten und empirischen Vestehensprozesse von Individuen, die mittels der ihnen verfugbaren Deutungsmuster dem Text einen fur sie subjektiv befriedigenden Sinn zuschreiben. Zwischen beiden Ebenen kann ein Spannungsverhaltnis bestehen, da naturlich die Deutungsmuster der beiden Ebenen teilweise oder vollstandig voneinander abweichen konnen. Aber dann reflektieren die Rezipienten durch die Auseinandersetzungen mit dem Text uber ihre eigenen Deutungsmuster und versuchen, diese so anzupassen, umzustrukturieren, zu verandern oder weiterzuentwickeln, dass sie den kulturellen Deutungsmustern im Text weit gehend entsprechen, sie diesem Text einen kulturell angemessenen Sinn verleihen und dazu affirmativ oder kritisch Stellung nehmen konnen. In diesem Prozess geschieht das von Altmayer so benannte ``kulturelle Lernen``. Dadurch versteht man das Fremde besser, arbeitet seine eigene kulturelle Identitat auf und erweitert sie. Es empfiehlt sich, je nach der situativen Lage des Germanistik-Unterrichts solche kulturellen Deutungsmuster zur Kulturbildung fur unsere globalisierte Welt didaktisch noch zu konkretisieren. Zu diesem Zweck kann man von Texten aus der deutschen Immigrantenliteratur Gebrauch machen. Sie sind besonders geeignet, weil da verschiedene kulturelle Deutungsmuster zu finden sind.

[자료제공 : 네이버학술정보]
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