Diese Arbeit konzentriert sich in werkimmanenter Hinsicht auf Analyse und Interpretation von Hermann Hesses Die Morgenlandfahrt. Diese Erzahlung entstand 1932, gilt aber bei Hesse und seinen Kritikern als “ein Bekenntnismarchen”, das ein imaginares Phantasiespiel des Geistes im Zusammenhang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beinhaltet. Im Mittelpunkt der Erzahlung Hesses stehen die Figuren H.H. und der Diener Leo. Der Ich-Erzahler ``H.H.`` verkorpert den Dichter Hermann Hesse selbst. Wie in einem ``Versteckspiel`` erkennt man im Lauf der Erzahlung den Diener Leo als Herrscher und Fuhrer im Bund. Diesen Leo nennt der amerikanische Wissenschaftler Robert K. Greenleaf(1904-1990) spater einen ``Servant-Leader``. Indem er, von Hesses Die Morgenlandfahrt begeistert, ``Servant-Leadership`` wissenschaftlich systematisiert, ermoglicht Greenleaf einen Paradigmenwechsel. Seit 1990 erweckt das Konzept des Servant-Leadership auch bei den Betriebswissenschaftlern Interesse. So ist es auch das Ziel dieser Untersuchung aufzuzeigen, inwieweit Robert Greenleafs Servant-Leadership in Zusammenhang mit Hesses Die Morgenlandfahrt steht. In Hesses Die Morgenlandfahrt wurde versucht, trotz ihres dusteren und magischen Charakters eine neuen Brucke zwischen dem gemeinschaftlichen Leben und dem isolierten Ich, der Gotteswelt und der Wirklichkeit zu schlagen. Es ist auch bemerkenswert, dass die Hauptfigur H.H. mit Hilfe der Phantasie in dem Diener Leo den realen Herrscher und Fuhrer erkennt. Zum Schluss erkennt H.H. anhand des Symbols einer Statue, die beide, H.H. und Leo, charakterisiert, dass je mehr die Figur H.H. verschmilzt, Leo in der Zukunft weiterleben wird. So wird deutlich, dass Hesses imaginares Gedankenspiel auf die Aufhebung der Grenze zwischen dem Wirklichen und dem Uberwirklichen zielt. Dadurch bekommt die Vision von der Rolle des Menschen in gemeinschaftlichen Leben ihre Bedeutung. Das Dichten bei Hesse selbst ist daher auf der Suche nach der heilsamen Weisheit.