In diesem Aufsatz ist das Verhaltnis zwischen Pra¨teritum und Perfekt untersucht. Sofern man die Vergangenheitstempora als die Ausdrucksform der Zeit ansieht, haben Pra¨teritum und Perfelct eine verschiedene Rolle, obwohl sie eine gewisse Gemeinsamkeit haben. Nach W. Kluge ist das Eintreten von Perfekt oder Pra¨teritum ganz abha¨ngig von der Redeform, ob es in einer Erza¨hlung steht, oder in einer Sprechsituation, die man Gespra¨ch oder Mitteilung nennen ko¨nnte. Das Pra¨teritum dru¨ckt aus, daß eine Aktion im Zeitpunkt des Sprechens abgeschlossen ist, wa¨hread das Perfekt ausdru¨ckt, daß das Verfu¨gen u¨ber eine abgeschlossene Aktion im Zeitpunkt des Sprechens nicht abgeschlossen ist. Genau gesagt: Beim Prateritum sieht man das Tun, beim Perfekt sieht man den Nachzustund. Infolgedessen ist das Pra¨teritum nahezu ansschließlich Vergangenheitstempus. Aber hier kann mar. kein formal scharf umgrenztes Vergangenheitstempussystem finden. Im Bereich des Zeitbezugs gibt es keine cinfache Parallele von Form und Funktion des deutschen Verbs (L. Weisgerber). Wo es ernsthaft um die Zeit geht, sind die Tempora ein zu stumpfes Werkzeug (H. Weinrich). Folglich ist es unmo¨glich, die Tempora des deutschen Verbs grammatisch vorzustellen, als ob sie einfache Ausdrucksmittel fu¨r Zeitstufen (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) zur bloßea $quot;Wiedergabe des objektiven Zeitverhaltnisses seien.