Es ist allgemein bekannt, daß das Stu¨ck $quot;Prinz Friedrich von Homburg$quot; von Kleist das gru¨Bte Meisterstu¨ck seines kurzen Dichterlebens ist. Anscheinend wollte Kleist mittels dieses Stu¨ckes die negative Kritik gegen seine Stu¨cke bis dahin befestigen und ebenfalls seine Stellung innerhalb der damaligen Theaterwelt befestigen. Anhund der die sorgsam ausgearbeiteten Regieanweisungen in dem Stu¨ck ko¨nnen wir ersehen, inwieweit er fu¨r die Auffu¨hrung Sorge getragen hat, Seine Stucke bis dahin blieben wegen der Auffu¨hrungsschwierigkeiten meistens als Lesedramen. Die Erfolglosigkeit der Auffu¨hrungen seiner Stu¨cke beruht nicht nur in der Schwierigkeiten der Stucke selbst, sondern auch in dem Niveau und der Haltung der damaligen Zuschauer. Bekanntlich liegt das Hauptthema dieses Stu¨ckes in den tragischen Konflikten zwischen Gemeinschaft und Individuum, Pflicht und Neigung, und Gesetz und Gefu¨hl. Das Eigentumliche dieses Stu¨ckes liegt darin, daß Kleist die Konflikte dieses Stu¨ckes nicht durch den Tod, wie z.B. in den Stu¨cken: $quot;Penthesilea$quot; oiler $quot;Ka¨tchen von Heilbronn$quot;, sondern durch die Gu¨tigkeit des Kurfu¨rsten und die Anerkennung der Grenzen zwischen Freiheit und Pflicht durch den Prinzen herbeigefu¨hrt hat. Kleist, Deutschlund eigenticher und gro¨ßter Dramatiker, hat seIbst kein einziges Stu¨ck von sich auf der Bu¨hne gesehen. Der alte Wielund und Jean Paul etwa erkannten sein Genie, wa¨hrend Goethe, auf den Kleist all seine Hoffnungen gesetzt hatte, ihn versta¨ndnislos ablehnte. Ludwig Tieck war der erste, der seine dichterische und menschliche Bedeutung verstund.