In der vorliegenden Arbeit wurde die in der Fachliteratur ha¨ufig anzutreffende These kritisch betrachtet, daß Kausalita¨t die Kategorie sei, die zwischen Kausalsa¨tzen und deren Bezugssa¨tzen besteht. Die vielfa¨ltigen Relationen zwischen diesen beiden Sa¨tzen ko¨nnen wohl mit dem Kausalita¨tsbegriff im engen philosophischen Sinne nicht erkla¨rt werden. Mit den verschiedenen Varianten des Kausalita¨tsbegriffs im weiten sprachwissenschaftlichen Sinne kto¨nnen sie ebenfalls nicht angemessen erkla¨rt werden. Einige Probleme konnen durch die Unterscheidung zwischen folgenden Ebenen des Bezugssatzes, auf die sich Kausalsa¨tze beziehen, im Rahmen der Kausalita¨tsthese erkla¨rt werden: Propositionsebene, Ebene der epistemischen Einstellung, Sprechaktebene und Ebene des Ausdrucks. Es gibt aber noch Kausalsa¨tze, deren semantische eiation zum Bezugssatz mit dieser These nicht zu erfassen ist. Die semantische Relation zwischen diesen Typen Kausalsa¨tzen und deren Bezugssa¨tzen kann durch die Beru¨cksichtigung kommunikativer Zusammenhange leichter erfaßt werden, in denen sie verwendet werden. Kausalsa¨tze lassen sich darn als sprachliche Realisierungsformen der Sprechhundlungen betrachten, die im Normalfall auf eine Warum-Frage hin im 3. Zug einer Sprechaktsequenz ausgefu¨hrt werden. Kausal-satzgefu¨ge und -verbindungen werden demnach als Zusammenziehung des 1. und 3. Zuges einer Sprechaktsequenz analysiert, die durch die Antizipation der Reaktion des Ho¨rers motiviert wird. Also kann die semantische Relation zwischen Kausalsa¨tzen und deren Bezugssa¨tzen durch die Beru¨cksichtigung dieser Kausalsatzgefu¨gen und -verbindungen zugrundeliegenden Dialogstruktur besser beschrieben werden.