Diese Arbeit entha¨lt zahlreiche Beispiele des Motivs der Mutter, die in den Erscheinungen von Gretchen und Helena in Goethes Faust wiederkehren. Gretchen und Helena heben einige Aspekte des Motivs hervor, das den geheimnisvollen mu¨tterlichen Zusammenhang ergeben. Der Einfluß der Protagonistinnen Gretchen und Helena impliziert psychologisch die Entwicklung Faustens, so daß das Motiv der Mutter geschaffen wird. Offensichtlich besteht in der Figur Gretchens eine Ambivalenz von guter Mutter durch die hingebungsvolle Erziehung ihrer Schwester und von schlechter Mutter durch den aufgezwungenen Kindesmord. Dieses ambivalente Wesen des Muttermotivs rundet rich zum $quot;Ewig-Weiblichen$quot; ab. Das Motiv der Mutter kommt auch bei Helena vor. Wie die Mu¨tterszene zeigt, leitet sich die Sehnsucht Faustens nach der in Helena verko¨rperten Scho¨nheit von der romantischen Vorstellung des dunklen Urgrundes der Scho¨pfung her. Gerade wegen dieses Motivs der Mutter bleibt auch die Interpretation der Helena-Episode als eine psychologische Entwicklungsphase Faustens legitim.