Fu¨r die Mitarbeiter der Zeitschrift Der Ruf und der Frankfu¨rter Hefte wie fu¨r die Gru¨nder der Gruppe 47 war der $quot;Geist$quot; ein Zaubewort. Sie waren der U¨berrzeugung. die sprituell-intellektuelle Erneuerung des deutschen Volkes sei durchaus zu veiwvirklichen. Doch die Wirklichkeit mit ihrer Priorita¨t au Kommerz und O¨konomie mu¨ndete in einer Ernu¨chterung. Dies brachte einen Text wie Heinrich Bo¨lls Die schwarzen Schafe(1951) hervor. Bo¨ll erhielt dafu¨r den Pneis der Gruppe 47. Der eiste Abschnitt der vorliegenden Ateit behundelt den Zusamrrmhang zwischen dem Text und der geistigen Situation der Gruppe 47 zur damaligen Zeit. Der zweite Abschnitt analysiert zu¨nachst die Symbolwert des BegrifEs $quot;schwaxzes Schaf$quot;. Laut Wo¨rterbuch (Wolf Friedrich: Modeme Deutsche Idiomatik. Mu¨nchen 1976) ist ein schwarzes Schaf $quot;ein FariLienmitgliec das lurch s Ideen, s-n Charakter (od. s-n Beru nicht zur u¨brigen Familie paßt.$quot; Im bier zu besprechenden Text ist dieses schwarle Schaf der Onkel des Ich-Erzahlers. Der Ich-Erza¨hler erinnert sich fiebevoll an sein Vorbild (etster Teil der Kmzgeschichte) und trio dann in lessen Fußstapfen (zweiter Teil der Geschichte). Es rind zwei Dinge, die den Etza¨hler, wie vomals semen Onkel, an der Gesellschaft absto¨ßt: Die Abrichtung aller Fa¨higkeiten auf ein einziges Ziel bin: sie zu $quot;versilbem$quot;, und der damn verbundene Verlust an Lebasfu¨lle und Nachdenklichkeit. Im dritten Abschnitt wird die Mentalita¨t der Gruppe zur Entstehungszeit des Textes erfaßt. Alfred Andersch, einer der Gru¨nder des Rufs setzte sich fu¨r ein politisches Engagement der Nachl~iegsliteratur ein, ebenso Hans Werner Richter, der praktische Leiter der Gruppe. Richter organisierte Atbeitstagungen mit dem Ziel, das Bewußtsein seiner Schriftsteller-Kollegen gegeru¨ber politischem Unmcht zu scha¨rfen. Die geistige Verwundtschaft der Gruppe 47 mit den sogenalmten $quot;schwaizen Schafen$quot; liegt auf der Hund: Hier wuxde die Restaurationswelt angegriffen, der Wohlstund angeklagt, Bo¨ll mit einem Seufzer, Enzensbetger mit Ekel. Hier wurde abgelehnt und karildert, was des Bu¨rgers Erfolgseude war. Literarisch bekannte man such zu einem Pluralismus der Stile. Bei einigen dominiexten magisch-phantastische Elemente, bei underen, insbesondere bei Bo¨ll, eimealistisch-satirischer Stil. Gemeinsam war aber alien: Die Literatur sollte kein sozial abgehobenes, bloß a¨sthetisches Pha¨nomen sein. Ein $quot;Bekenntnis zur Trummerliteratur$quot;(1952) war ein Bekenntnis zur aktiven Auseinundeisetzung mit der außerliterarischen Realita¨t, und nur aus der Perspektive eines schwaxzen Schafes mo¨glich.