Bei einem Hundlungsvergleich zwischen der jetzt durch die Gesammelten Werke zuga¨nglichen Fassung von 1972 und der ersten Fassung von 1929/ß0 findet man einige auffa¨llige Unterschiede. Am Ende der ersten Fassung bekommt Elnis [Schlu¨sselfigur von H.Draws-Tychsen] wieder eine Stelle in seinem alten Verlag, so daß er eine Gelegenheit ergreift, sich an seinem Gegner Gronoff [Schlusselfigur von B.Brecht] zu ra¨chen, Damit ist das Stu¨ck ein Denunziationsversuch der Autorin, die sich von B Brecht verletzt fu¨hlte, nach dem er ihr Stu¨ck Pioniere in Ingolstadt in seinem Sinne vera¨nderte, in Berlin auffuhrte, damn einen großen Skundal (2.4.- 6.4.1929) verursachte und seinerseits triumphierte, Sie fu¨hlte sich noch zusa¨tzlich verletzt, weil Brecht in diesem Moment (10.4.1929) H.Weigel heiratete. In der zweiten Fassung gelingt es Laurenz [Elvis in der ersten] nicht, eine Stelle in seinem alten Verlag zu gewinnen. Wie alle Ma¨nner den Tu¨tu¨ [Gronoff i.d. ersten] verlassen, so erlebt Laurenz Gleiches. Sogar seine Frau Gesine verla¨ßt ihn. Damit wurde hier die Denuziationsalbsicht verwa¨ssert. Dagegen wurde aber das Thema :Emanzipation$quot; in den Vordergrund verschoben. So wurde die Nora das Thema der zweiten und der nicht vollendeten dritten Fassung von 1973/74. Fu¨r dieses Thema soll man ihre physischen und damn ihre seelischen Zusta¨nde zur Nachkriegszeit mo¨glichst genauer untersuchen und das Stu¨ck psychologisch verstehen. Mit Ma¨nnern hat sie immer wieder eine a¨hnliche Erfahrung gemacht - in ihrer Beziehung mit ihrem ersten Freund Jappes, Brecht und Draws-Tychsen, ihrem Ehemann J Haindl und den Nazi-Ma¨nnern - soziale Unterdru¨ckung und/oder sexuelle Ausbeutung, beides nach patriarchalischem Muster. Dies dauerte bis zu ihrem Tod. Brecht war nur einer von den verschiedenen gleichartigen Ma¨nnern. Die Autorin versuchte durch das Schreiben, wean auch nur im Werk, sich aus, dieser Unterdru¨ckung zu befreien. In der zweiten Fassung fu¨gt M.L.Fleißer eine Beschreibung u¨ber die soziale Stimmung der Nazizeit und das Exil der deutschen Schriftsteller hinzu. Dies kann man betrachten, nicht einfach als die Verbindung der $quot;Ho¨lle mit dem Stichwort privat mit dem politischen Schrecken der aufziehenden Diktatur$quot; kurz vor dem Jahr 1933. sondern auch als den Ausdruck des von der politischen und sozialen Atmospha¨re zwischen 1945-1947 dur chlittenen Traumas. In der Tat war ihre damalige Situation so sehr zwingend, um eine Selbsterkla¨rung zu geben, Damals kurz nach dem Krieg verfolgte sie ganz genau die offene Diskussion um und u¨ber Th.Mann, der dem ganzen deutschen Volk an dem Krieg die Kollektivschuld gab, was in ganz Deutschlund eine wu¨tende Reaktion hervorrief. Noch 1947 korrespondierte sie mit einigen Exilanten, z.B. R.Friedenthal, Heinz Graumann und D.Luschnat. Dabei erfuhr sie von ihrem Elend im Auslund und versuchte lieber, sich mit ihnen zu versohnen, als daß sie bei ihnen u¨ber das Leid der Heimgebliebenen klagen wollte. Sie wollte da u¨ber all ihr Leid schweigen. Als Luschnat aber sie eindringlich aufforderte, Rechenschaft abzulegen, was sie in der Nazizeit gemacht habe, brach sie ihr Schweigen. Das war aber nur eine A¨ußerung in einem privaten Brief. Es ist durchaus mo¨glich, daß sie als Autorin in einem Werk verschlu¨sselt Rechenschaft ablegen wollte. So ist das Stu¨ck Der Tiefseefisch ein Psychodrama, im Sinne, daß die Autorin ihre dru¨ckenden seelischen Zusta¨nde in das Werk einbrachte und durch these Schreibta¨tigkeit sick davon befreien wollte. Daraus entstund das Stu¨ick und seine Vera¨nderung.