In Abhandlungen zu grammatischen Fragen begegnet man oft Fa¨llen, in denen mit grammatischen Termini, deren Bedeutung man als selbstversta¨ndlich annimmt, zu leichtsinnig umgegangen wird. Gerade dieses scheint mir eine der Ursachen dafu¨r zu sein, daß es bei der Bestimmung syntaktischer Formen oft zu Verwirrungen kommt. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, klare begriffliche Vorstellungen vom Terminus indirekte Rede zu schaffen, der von den gegenwa¨rtigen Grammatikern unterschiedlich verwendet wird, und seine Anwendungsbereiche genauer zu bestimmen. In der vorliegenden Arbeit wurde festgestellt, daß es notwendig ist, eindeutig zwischen der Form und der Sache “edewiedergabe” zu unterscheiden. Wir sind mit Graf der Meinung, daß sich die indirekte Rede nicht auf jede mittelbare Redewiedergabe beziehen kann, sondern nur auf eine bestimmte Form der Redewiedergabe einzuschra¨nken ist. Die Bezeichnung indirekte Rede$quot; in dieser pra¨zisen Verwendung (als “indirektes Zitat”, wie er es nennt) steht nur der Wiedergabe in der Form “wo¨rtlicher Rede” gegenu¨ber. Als diese Form aber ist sie (d.h. die indirekte Rede) nicht durch einen einsetzbaren oder mo¨glicherweise “tiefenstrukturellen” Kjv. bestimmt, sondern ausschließlich durch einen tatsa¨chlich (in der Oberfla¨chenstruktur) vorliegenden Kjv., und zwar primgr durch einen Kjv. I. Nach dieser Ansicht za¨hlen dam die indikativischen uneingeleiteten Sa¨tze, die meistens sdllschweigend fu¨r indirekte Rede gehalten werden, und die Konstruktionen ohne Verb-Redeeinleitungen, die von Pu¨tz als indirekte Rede bezeichnet werden, nicht zur indirekten Rede.