Die vorliegende Arbeit untersucht die aporetische Unentscheidbarkeit in Kafkas Josefine, die Sa¨ngerin oiler das Volk der Ma¨use in bezug auf $quot;Rhetorik des Lesens$quot; und die Bedeutung der $quot;Prosopopo¨ie$quot; Paul de Mans. Katkas Josefine die Sa¨ngerin oder das Volk der Mau¨se exponiert eine Aporie, die mit dem Gesang im Text zu tun hat. Als ein schon vertrauter Begriff impliziert de Mans Rhetorik zwei einander widersprechende, einander ausschließende Modi in der Signifikation. In der Frage, wie es sich mit Josefines Musik eigentlich verha¨lt, erzeugt der Erza¨hler in seinen wiederholten Dementierungen und Schwankungen eine Unabschließbarkeit zwischen Gesang und Pfeifen, Gesang und Schweigen, sowie Vergessen und Erinnern. So kann es nicht bestimmt werden, ob Josefines Gesang kein Pfeifen oder nur ein Pfeifen ist. Diese referentielle Irreduzibilita¨t im Text steht auch mit der Bedeutung der Prosopopo¨ie in einem Zusammenhang. Die Prosopopo¨ie als Terminus de Mans ist die Figur fu¨r die Spannung der Signifikation, na¨mlich die Spannung von Figuration und Defiguration, die von der setzenden Macht der Sprache und der Auslo¨schung dieser Setzung. In einander gegenscitig ausschließenden Lesarten tritt die Prosopopo¨ie in Josefine, die Sa¨ngerin oder das Volk der Ma¨use einerseits als Figuration auf, die eine Illusion der Bedeutung von Musik erzeugt, und anderseits als Defiguration, die diese Bedeutung dementiert. Diese radikale Inkonsistenz verhindert die semantische Geschlossenheit. Wie ein Leer-Ausgehen der Prosopopo¨ie gehen somit Josefine, ihr Gesang, und Text selbst verloren.