Der einf1ußreiche Oppositionspolitiker Ferdinand Lassalle (1825-1864) schrieb im Jahre 1859 seine historische Trago¨die Franz von Sickingen. mit der Absicht, die Ursachen fu¨r das Scheitern der 48er Revolution zu analysieren und die Volksmasse zum weiteren Kampf ru ermutigen. Kurz danach erfolgte eine literaturtheoretische Diskussion zwischen Marx. Engels und Lassalle u¨ber dieses Drama, die die Nachwelt, die Sickingen-Debatte` nennt. Da die Dehattanren bei der Diskussion ideologiekritisch verfuhren und die gewichtigen Probleme der Literaturtheoriehildung im Zusammenhang mit der Gschichtstheorie hehandelten, wurde die Sickinen-Debatte in der Nachwelt je nach den literaturtheo retischen und ideologischen Positionen verschieden rezipiert. Aus diesem Grunde versucht der Verfasser in diesem Aufsatz zuna¨chst die literaturtheoretischen Streitpunkte der Debattanten knapp zusammenzufassen und danach die Richtungen und Positionen der Rezeption der Sickingen-Debatte bzw. ihre rezeptionsa¨sthetische Bedeutung in der Literaturwissenschaft aufzukla¨ren.