Die Diskussion um das eigentliche Verha¨ltnis von Sprach- und Literaturwissenschaft ist so alt wie der Prozeß der Trennun beider Wissenschaften und der Abbau der Philologie als umfassende Disziplin. Sie ist am Ende des 19. Jh.s und vor ahem seit den 50er Jahren gefu¨hrt worden. Die Fragestellun innerhalb des Fachbereichs ,,Germanistik$quot; steht in direkter Abha¨ngigkeit von der jcweiligen Entwicklung der Linguistik und der Selbsteinscha¨tzung der Literaturwissenschaft als ,,Wissenschaft$quot; im Zusammenhang mit der modernen Wissenschaftstheorie. In dieser vorliegender Untersuchung wird gezeigt. daß die Verbindung zwischen Linguistik und Literahtrwiasenschttft auf unterschiedliche Weise versucht wnrde. Aber der Russische Formalismus und die Prager Schule haben die entseheidende Anregung gegeben, denn sie haben zuerst die Hoffnun auf eine exakte und autonome Wissenschaft von der Literatur mit linguistischcr Fundierung geweckt. Dabei ist Roman Jakobson einer der Haupriertreter. In diesem Rahmen hat die .,Linguistische Poetik$quot; Ende 60er der Jahre mit der Entwicklung der strukturalistischen und generativ-transformationellen Linguistik eine wichtige Rolle gespielt. Vor ahem in der Kommunikationswissenschaft wurde dieser Ansatz weiter modifiziert und entwickelt sich zur Textwissenschaft. Dies bedeutet weder inguistisierung der Literaturwissenschaft$quot; noch, daß die eine Disziplin als Hilfswissenschaft fu¨r die undere steht. Sinnvoll ist, data Linguistik und Literaturwissenschaft trotz der institutionellen Trennung und der Spezialisierung der detaillierten Themenbereiche vielmehr kooperationsbereit sein sollen. Damit werden sie ihre eigenen Forschungsgebiete selbstandig erweitem und vertiefen.