Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit den Ausnahmebedingungen in der wissenschaftlichen Argumentation. Dabei geht es vor allem durum, zu beschreiben, wie sich die Ausnahmebedingungen sprachlich realisieren und welche Funktionen sie in der wissenschaftlichen Argumentation ausuben. Zuna¨chst wird das Argumentationsmodell von Stephen Touhnin vorgestellt, in dem Ausnahmebedingung enter der Konstituente perator$quot; angesiedelt ist. Ausnahmebedingung ist namlich diejenige Bedingung, enter der die in der Schlußregel genannten Regelhaftigkeiten außer Kraft gesetzt werden. In der dialogisch verfahrenden Argumentation hat der Autor die Mo¨glichkeit, Ausnahmebedingungen als Einschra¨nkung anzugeben. Diese Einra¨umung diem zur Abrundung des jeweiligen Arguments. Denn der Autor kann damn dem vorbeugen, daß die Ausnahmebedingung als Einwand zum Zug kommt. So konnen Ausnahmebedingungen als Vorgriff auf die Einwa¨nde des Lesers verstanden werden. Ausnahmebedingungen haben im allgemeinen die Form eines negierten Konditionalsatzes, wobei der Konditionalsatz in Nachposition steht. Sie ko¨nnen sick aber auch mit Hilfe der Formen wie es sei denn (daß), außer (wenn) und absehen verbalisieren. Diese besonderen Formen der Ausnahmebedingung werden im allgemeinen als Nachtrag formuliert oder stehen oft in Parenthese. Charakteristisch fu¨r die Ausdracke der Ausnahmebedingungen ist, daß diese in einem Folgemngszusammenhang stehen und daher tendenziell am Ende z. B. eines Absatzes anzutreffen sind. So stehen die Ausnahmebedingungen als Mittel zum Vorgriff im Dienste der Herstellung der Dialogstwktur in der wissenschaftlichen Argumentation.