Das zur 2. Klasse gehorende starke Veifi fliehen entslxicht Dliuhan im Gotischen. Da das Problem des urspru¨nglichen Anlauts germ.fl- in nhd.tliehen und got. þl- in þliuhan `flieheti immer nosh ungekla¨rt ist, zeigt sich in den meisten etymologischen Wo¨rterbu¨chem ein gewisses Schwanken bei der Beurteilung der Etymologie u¨ber nhd. fliehen. Die a¨ltere Forschung, vor allem Sievers, sah die Formen mit anlautendem þl- in got. þliuhan als die urspu¨lnglicheren an, und will unter Annahme eines idg. tl- $gt; germ. -got $gt;-þ1- einen west- und nordgerm. Lautwandel þl- $gt; fl- annehmen. Er fu¨htt die Ursache diesel abweichenden Lautwandels auf eine AR volksetymologische Sondetung zutu¨ck, die urspru¨ngGchen Spirant konservieren will. Matzel nimmt an, daß Urspru¨ngliches germ. fl- im Gotischen zu þl- unter der Einwirkung der nachfolgenden Spiranten h, hs, k^w wurde, wobei dal dem f folgende alveolare 1 eine entlabialisierende Wirkung ausgeu¨bt hat. Wenn man die Etymologie des nhd. fliegen untersucht, la¨ßt sich die des nhd.fliegen auch ohne Schwierigkeit auf idg.^*pleuk- $gt; germ. ^*fleu-h- (2.Lautverschiebung) zuru¨ckfuhren. Aus idg. ^*pleu-k- wird durch gramatischen Wechsel zu germ. ^*fleug-a-,fliegen` mit stimmhaften Laut. Im Deutschen ist der grammatische Wechsel zugunsten von -h- ausgeglichen, wohl um das Verb von fliegen getrennt zu halten. Also ableitet sich daraus nhd. fliehen. Der entsprechende Entwicklungsprozeß lautet folgendennaßen: idg. germ. Gdf got an, ahd. nhd. *pleu-k- ① *fleu-g-a- flu¨ga fliogan fliegen ② *fleu-h-a- þliuhan flyja fliohan tliehen Der Wandel von germ. fl- $gt; got þl- lei aber speziell der Sprache Wulfilas eigen.