In der vorliegenden Arbeit werden syntaktische Aspekte der sog. Kopula sein im Rahmen der minimalistischen Programmatik der generativen Grammatik untersucht. Die Teminologie Kopula gilt nur begrenzt fu¨r sein, insofem sein nicht immer bedeutungsleer ist. Hinsichtlich der semantischen Funktion kann es in drei Typen subklassifiziert werden; identifizierend, klassifizierend und spezifizierend. In der Identifizierung und dcr Klassifizierung wind sein fair ein zweistelliges Pra¨dikat, d.i. fu¨r ein Vollverb, gehalten, wa¨hrend es in der Klassifizierung, mit artikellosem Pra¨dikativum ein Pra¨dikat bildend, zur Kopula im eigentlichen Sinne geho¨rt. Syntaktisch gesehen ergeben sich also zwei verschiedene Strukturen, unter der Annahme der VP-internen Hypothese einerseits eine vollsta¨ndige VP-Phrase und undererseits eine Anhebungs (,,Raising$quot;)-Konstruktion. In dieser Konstmktion ist sein ein INFL-a¨hnliches Element, das aber im Gegensatz zum echten INFL. eine NP subkategorisiert. In dem ga¨ngigen Ansatz, wo die Nominalphrase als DP analysiert wird, spielt die NP nicht als Argument, sondern als Pra¨dikation eine Rolle. Aus den unterschiedlich aufgestellten Konstruktionen entstehen morphosyntaktisch charakteristische Pha¨nomene vor allem inbezug auf die Kongnzenz des Finitums mit dem Subjekt, die Negation, die Attribuierung etc. Die vorliegende Arbeit versteht sich als Versuch, am Beispiel von sein zu veranschaulichen, daß sich anscheinend idiosynlaatische morphologische Pha¨nomene durch eine Reihe von syntaktischen Verfahren systematisch ableiten lassen, die die Universalgrammatik als Kalku¨lssystem zula¨ßt.