Die vorliegende Afieit konzentriert sich auf die weiblichen Gestalten im Fru¨hwerk Bo¨lls. Sie Bind hauptsachlich in zwei Gcuppen einzuteilen : Sympathische und Unsympathische. Bo¨lls Ziel ist in seinem literarischen Schaffen die Verteidigung des natu¨rlichen Lebens der einzelnen und die Bewahrung deren Menschlichkeit in einer das wahre Menschliche verachtenden Welt: die Humanita¨t der Kleinen. In seinen ,,Franldurter Vorlesungen$quot; im Jahre 1964 nennt er dies ,,A¨sthetik des Humanen$quot;. Seine Protagonistinnen, d.h. die sympathischen Frauen wie Ka¨te, das Ma¨dchen in der Imbißstube und Hedwig sind Trageguren seiner sthetik des Humanen$quot;. Sie u¨ben einen sehr positiven Einflua auf die Mannner aus, die sick in der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit in der deformierten Welt befmden. Sie tro¨sten die Ma¨nner mit einem Lacheln, mit menschlichem Verstandnis und mit Wa¨rme. Und sie geben ihnen die Liebe, vermitteln die Liebe und wecken die Liebe, damit die hilflosen Ma¨nner schließlich ihre Menschlichkeit und den Mut zum Leben nicht verlieren. Also haben die sympathischen Frauen eine rettende Funktion. Sie sind der ,,letzte Hort der Menschlichkeit$quot; Bo¨ll idealisiert die Frau ausschließlich in ihrer Rolle. Darum kann man es laitisieren, da das von Bo¨ll dargestellte Bild eine Utopie ist, wie Hartling die Botschaft$quot; Bo¨lls nicht im ganzen fu¨r annehmbar, aber fu¨r erwagbar ha¨lt: ie ist Philosophie, utopische Philosophie, soweit sie u¨ber die Gestalten hinausreicht und auf eine bessere Welt hinweist.$quot; Der utopische Begriff hat bei Bo¨ll jedoch einen positiven Gehalt, da Bo¨ll alle Vetrechtlichung der Hen-schaft, Zwa¨nge und Institutionen ablehnx Sein Endzweck ist der Aufbau einer dem Menschen dienenden Ordnung ohne die Voraussetzungen einer Revolution und eines daraus hervorgehenden neuen Systems. F¨ur Bo¨ll ist diese Utopie eine offenbar konkrete Utopie, die in der Realita¨t veiwirklicht werden kann, wenn er sagt: ,,Alles ist einmal utopisch gewesen, doch von den Spießern wird das Utopische immer vedacht. Selbst technische Utopien wie das Auto haben Leute (…) verlacht, als es gefunden wurde. Ich sehe die Welt voller verwirkGchter Utopien technischer und geistesgeschitlicher Art.$quot; Auf seine Weise reagiert Bo¨ll auf die Zeitprobleme, na¨mlich dureh seine Darstellungen positiver Frauengestalten, die in enger Verbindung mit dem naturlichen Dasein ihre Aufgaben mitmenschlicher Teilhabe erfu¨llen. Allerdings schafft Bo¨ll auch einige negative weibliche Gestalten wie die bigotte Frau Franke in nd sagte keine einziges Wort$quot; und Ulla Wickweber in as Brot der fru¨hen Jahre$quot; Sie sind unmenschlich und herzlos. Die materiellen Werte sind f¨ur sie ausschlaggebend, undere Werte existieren nicht fu¨r sie. Die unsympathischen Frauen reprasentieren auch die Ordnung und empfinden darin eine scheinbare Sicherheit und Freiheit, als ob as Glu¨ck in der Ordnung liege$quot;. In Wirklichkeit rind sie jedoch Gefangene der Ordnung. Denn die Ordnung beraubt sie der eingenen Veantwortung und zugleich unterwirft sie die Menschen einem Mechanismus, in dem sowohl Menschlichkeit als auch Freiheit ihre Geltung verlieren. Die unsympathischen Frauen erkennen ihre Egozentrik und seelische Leere nicht. Diesen Frauen stellt Bo¨ll also seine positives weiblichen Gestalten vor Augen als Mahnung und Verhaltensmuster. Und zugleich verwirklicht er in den sympathischen Frauen seine zwei Themes iebe und Religion$quot;, denen sein standiges Interesse gilt.