Sprachen unterscheiden sich bezu¨glich der Information, was f¨ur eine semantische Komponente in einem Bewegungsverb neben dem Ortswechsel zum Ausdruck kommt; daßei lassen sich each dem Talmischen Modell drei Sprachtypen unterscheiden: Art-und-Weise-, Weg- und Figur-Sprachtyp. Der letzte Sprachtyp findet sick u¨berwiegend in Indianersprachen. Das Koreanische lexikalisiert typischerweise bei Bewegungsverben den Weg der Bewegung, wa¨hrend im Deutschen bei Bewegungsverben die Art-und-Weise der Bewegung lexikalisiert wind. Die Wege, die eine Figur hinsichtlich eines Hintergrunds zuru¨cklegt, werden im Deutschen lurch unterschiedliche grammatische Kategorien (z.B. Pra¨position, Pra¨fix oder Adverb) ausgedru¨ckt. Die Art-undWeise der Bewegung findet im Koreanischen u¨berwiegend lurch Onomatopetika, Adverben oder sino-koreanische Zusammensetzungen ihren Ausdruck. Beim Vergleich der Polysemien einer Weg-Lexikalisierung gehen wir von der Grundpramisse aus, daß Raumkonzepte wie Fortbewegung, Weg und Lokalisiertsein in unseren kognitiven Anlagen angesiedelt sind und da( jeder Sprecher unabha¨ngig dawn, welchen sprachlichen und kulturellen Hintergrund er haben mag, bei der Kognition dieser Raumkonzepte u¨ber die gleiche Ausgangsbasis verfu¨gt. Durch die Analyse der Lesarten von nada/naeda und aus wurde in dieser Arbeit nachgewiesen. daß die polysemische Entfaltung aus ihrer jeweiligen Grundbedeutung (,,aus etwas hin-/heraus$quot;)-von den einigen sprachspezifischen Lesarten abgesehen-in beiden Sprachen starke Parallelita¨t aufweist trotz der sowohl kulturell, typologisch Bowie geographisch unterschiedlichen Bedingungen als auch der unterschiedlichen grammatischen Kategorien (Verb vs. Pra¨position). Dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß die Polysemie des betreffenden Wortes nicht beliebig ist, sondern vielmehr den vom Konzept gesteuerten begrifflichen Ausbau zeigt.