In der germanistischen Forschung ist folgendes nicht zu leugnen, daß die Literatur der Inneren Emigration trotz ihres leidensvollen Beitrages zur deutschen Geistesgeschichte immer wieder vergessen wird. Man kann hier einige wohl anerkannte Gru¨nde nennen, aber man darf auch nicht außer acht lassen, daß these Dichtung bis jetzt nur nosh in die antifaschistische Perspektive gezogen wurde. Der Mangel an Forschungsinteresse zeigt meines Erachtens zugleich den Mangel an Forschungsmethode. Um die Literatur der Inneren Emigration der christlich gesinnten Dichter auf die gerechte Stelle der deutschen Literaturgeschichte wieder bringen zu ko¨nnen, soll man auf hermeneutische Methode der sog. Literaturtheologie eingehen. Die Dichter W.Bergengruen, J.Klepper, R.Schneider und E.Wiechert sind christlich bewertet, da ihre Dichtung ohne Gesinnung und Ethos aus christlichem Fundament unvorstellbar erscheint. Die Rolle der christlichen Religiosita¨t in ihrer Dichtung ist daher doppeldeutig: Sie ist das Wesen der Dichtung an sich und zugleich Elemente der geistigen Opposition gegen die nationalsozialistische Ideologie. Dies zu erreichen soll man sorgfa¨ltiges Lesen lernen: W.Bergengruen fordert den Leser ,,Zwischen-den-Zeilen-Lesen$quot;, da die Dichter 1933-1945 besonders wischen-den-Zeilen-Schreiben$quot; unternommen haben. Die Kritik an die Innere Emigration klingt nun einseitig, so daß die Literatur der Inneren Emigration verdammt wu¨rde, ins Vergessen zu geraten. Der Versuch der Interpretation, die aus dem dichterischen Wesen des Christlichen herausgeht, will den Vorwurf korrigieren. Die christlichen Dichter und ihre Dichtung in der Zeit der Hitlerschen Macht haben ihr Recht anerkannt zu werden und besitzen tatsa¨chlich ihre Werte nicht nur literaturwissenschaftlich, sondern auch geistesgeschichtlich. Nicht mehr aktuell ist der Streit um die Frage der Inneren Emigration zwischen Kollaboration und Opposition, weil die Interpretation schon auf die Zugeho¨rigkeit der Dichtung der Inneren Emigration hinweist.