Neben dem dialektischen Verha¨ltnis von der auratischen zu der nachauratischen Kunst kann man ein zweites dialektisches Verha¨ltnis feststellen, das die moderne A¨sthetik von Benjamin konstituiert, na¨mlich das Verha¨ltnis von Geschichte zu Technik, was Bubner auch meint. Bei Benjamin bezieht sick die Geschichte insbesondere auf die wahnsinnige Geschichte der NaziVergangenheit, wa¨hrend die Technik gerade die Ratio bedeutet, die den irrationalen Wahnsinn der Nazi-Geschichte aufkla¨ren und vernichten kann. Wenn das dialektische Verha¨ltnis von Irrationalita¨t zu Rationalita¨t, von Geschicht zu Technik, die moderne A¨sthetik von Benjamin ausmacht, so erweist sick das undere umgekehrte Verha¨ltnis von Sollen zu Mu¨ssen, als dasjenige, was in der Geschichtsphilosophie von Benjamin enthalten ist. Denn in diesem Fall wu¨rde sich der Engel von der Nazi-Vergangenheit abwenden und der Utopie der Zukunft zuwenden, in der die irrationale Nazi-Geschicht aufgehoben wu¨rde. Zusammenfassend kann man eine dritte Mo¨glichkeit der Benjaminschen Dialektik feststellen, na¨mlich das dialektische Verha¨ltnis von der Geschichte der Vergangenheit zu der Technik der Zukunft. Das dialektische Verha¨ltnis von Mythos zu Vernunft, von der Irrationalita¨t der Vergangenheit zu der Rationalita¨t der Zukunft, von der Wirklichkeit des Leidens zu der Utopie der Befreiung macht die Benjarninsche A¨sthetik aus.