Wir erfahren die Geschichte von Francescos Wandlung nicht direkt, sondern als `Erza¨hlung des Berghirten` in eine Rahmengeschichte eingeordnet. Der Hirt Ludovico, von Vollcsmund als $quot;Ketzer von Soana$quot; bezeichnet, lebt und erlebt in der Bergwelt oberhalb von Soana, die Mysterienkulte vergangener Zeiten. Er fu¨hlt sich von der `zeugenden Macht` als der `schaffenden Macht` umgeben. Sein Gott heißt Eros. Er Best seinem Besucher, dem Herausgeber der Gesamterza¨hlung, die Geschichte vor. Obwohl die Binnenerza¨hlung von Ludovico als Fiktion ausgegeben wind, ist niemals an der Identita¨t von Francesco und Ludovico gezweifelt worden. Zumeist wird sie aus dem Schluß der Rahmenerza¨hlung abgeleitet. $quot;Irgendeine Vermutung schoß dem Beschauer bei diesem Anblick, wie eine Erleuchtung, durch die Seele$quot; , schreibt der Erza¨hler bei der Begegnung mit der Kanephore. Diese Vermutung kann sich - schon durch das a¨hnliche A¨ußere - nur auf Agata, somit auch auf Ludovico- Francesco beziehen. Wir weisen bier zusa¨tzlich auf die Parallele der Eros-Zitate bin. Francesco ist Opfer des Eros, des Go¨ttes, der alter und auch machtiger ist als Zeus und die u¨brigen Go¨tter$quot;. Ludovico sagt zu seinem Besucher : $quot;Sie wissen, daß Eros a¨lter als Kronos und auch ma¨chtiger ist U¨ber die Bedeutung von Kronos als $quot;Zeit$quot;, d.h. daß Eros die Zeit auflzebt, also zeitlos ist, wird melnfach eingegangen. Das Zitat macht aber auch eine Entwicklung im Leben des Francesco Ludovico deutlich. Der Noch-Priester Francesco reicht, seiner gelehrten Ausbildung entsprechend, gedanklich bis zu den olympischen Go¨ttern zuru¨ck, wa¨hrend er sich aus der Distant heraus als Ludovico auf das uralte Geschlecht der Titanengo¨tter besinnt. Francesco bleibt Dienender, wenn er Eros zu seiner neuen Gottheit wa¨hlt, nicht als kirchlicher Eremit, sondern als Hirte in der Bergeinsamkeit.