Es war E´mile Zola, der den ausdruck `Experimentalromane` zum ersten Mal gebraucht hat. Heute gebraucht man ihn jedoch nicht mehr im Sinne Zolas. Das `Experimentieren` in der Literatur bedeutet die Erprobung der neuen Aussagemo¨glichkeiten sowohl in der Form, als auch im Inhalt. Seit wane experimentiert man im Roman? Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts, nach meiner Meinung. Aber die Experimente in der ersten Halfte des Jahrhunderts entfernten sich nicht so weit von der Tradition: $quot;Leutnant Gustl$quot;(innerer Monolog), $quot;Bebuquin$quot;(Auflo¨sung der Handlung), $quot;Malte$quot;(Auflo¨sung der Fabel) and $quot;Berlin, Alexanderplatz$quot;(Montage-Technik) beispielsweise. Dagegen sind die Experimentalromane seit 60er Jahren in hochstem Maß von der Tradition abgewichen. Beispiele: $quot;Ra¨nder$quot;(Auflo¨sung der Sprache), $quot;fro¨sche$quot; (Auflo¨sung der Buchstaben), $quot;Die Verbesserung von Mitteleuropa$quot; (wissenschaftliche Elemente), $quot;D`Alemberts Ende$quot;(Collage), $quot;Zettelstraum$quot; (außerordentliche a¨ußere Form), $quot;Autografie des A. Einstein$quot;(schizophren), $quot;Die Pra¨sidentin$quot;(In-den-Vordergrund-Treten des Erza¨hlers), $quot;Mordverla¨ufe$quot; (journalistisches Verfahren), $quot;Ich branch Dich$quot;(Dialog), $quot;Neue Geschichten. Hefte 1-18$quot;(Berichterstattung), $quot;Rousseau$quot;(eigenartiges Kommentar des Erza¨hlers), $quot;Wenn Hitler den Krieg nicht gewonnen ha¨tte$quot;(alternative Geschichte), $quot;Die Denunziation$quot;(gleichzeitig 1: und 3. Person).