In dieser Arbeit wird versucht, das zu ergru¨nden, syntaktisch betrachtet, was Texte zu Texten macht d. h. ihre Textualita¨t. Zur Lo¨sung des Problems einer syntaktiachen Textkonstitution tra¨gt die Bestimmung von Ausdehnung(Extension), Begrenzung(Delimitation) und Zusammenhang(Koha¨renz) entscheidend bei. Jeder Text besitzt als syntaktischen Konstitutionsgrund eine Minimalextension von zwei miteinander korrelierten Sa¨tzen. Jede Unterschreitung dieser Norm bedeutet einen defekten Text bzw. eine Spracheinheit, die als syntaktisch, morphologisch oder phonologisch zu bezeichnen ist. Eine Maximalextension iat hingegen nicht vorgeschrieben. Eine zeichenimmanente Textdelimitation ist nur ex negativo auszumachen, da jeder Text potentiell durch Zeichenaddition ins Unendliche vergro¨ßert werden kann. Ein Text liegt dann nicht vor, wenn er zu Beginn ru¨ckverweisende oder am Ende vorverweisende Zeichen aufweist. Die semiotiache Perspektive der Syntaktik erfordert fu¨r die Konstitution eines Textes die Koha¨renz der ihn bedingenden Elemente. Diese wird textintern gewa¨hrleistet durch das explizite oder implizite Vorhandensein von Bindegliedern, die den Tatbestand der Ru¨ck- bzw. Vorverweisung erfu¨llen. Solche Bindeglieder bewirken, daß Textualita¨t mehr bedeutet als die einfache Addition ungeordneter Zeichenklassen. Zusammenfassend ko¨nnen wir definieren : Text ist, syntaktisch betrachtet, eine makrolinguistische, Zeicheneinheit, die aus einer Mindestfolge von zwei koha¨renten Sa¨tzen emischer Struktur besteht.