In Anlehnung an die deutsche Erza¨hltheorie, die die Erza¨hlung als Kommunikation betrachtet, fu¨hren wir ein Kommunikationsmodell des Erza¨hlwerks vor. Unser Modell a¨hnelt zwar dem Modell von C. Kahrmann oder H. Link, aber im Unterschied zu diesen Theoretikern halten wir das Vorhandensein von Erza¨hlerreflexionen fu¨r die Bedingung der Kommunikationsebene 2, in der der fiktive Erza¨hler und der fiktive Leser an der Kommunikation teilnehmen. Wir bescha¨ftigen uns mit der Erla¨uterung zum Schema des Modells und dessen Anwendung durch eine Textanalyse. Unsere analytische Rezeption der koreanischen Erza¨hlung “Kamza” (1925) von Kim Dong-In ergibt, daß der abstrakte Autor und der reale Autor in der Intention vo¨llig u¨bereinstimmen. Der Textsinn la¨ßt sich folgendermaßen formulieren : 1. Der Mensch fu¨hrt ein dem Milieu angemessenes Leben ; 2. Das Milieu beeinflußt die A¨nderung des Wertbewußtseins : 3. Der Einfluß des Milieus wird durch die unterschiedlichen Charakterzu¨ge des einzelnen Menschen relativiert.