Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es einerseits, die Tendenzen in der ju¨ngeren Forschung zur Negation im Deutschen detaillierter darzustellen, andererseits liegt ihr Schwergewicht auf den Fragestellungen, Mo¨glichkeit und Berechtigung der Unterscheidung von Satz- und Sondernegation zu finden und darauf deutsche und koreanische Negation kontrastiv zu analysieren. Antlers als die Regelapparate zur Normalstellung von, ‘nicht’stellt sich die Behandlung der anderen Negationstra¨ger in den verschiedenen Grammatikmodellen sehr unterschiedlich dar. Im Gegensatz zur traditionellen Grammatik hat man im Rahmen der Transformationsgrammatik versucht, die Negationswo¨rter, genau gesagt die Adverbien ‘nicht’, ‘keinesfalls’ und ‘keineswegs’ einerseits und ‘nie’, ‘niemand,’ ‘nichts’, ‘nirgends’ usw. andererseits auch syntaktisch in Zusammenhang zu bringen. Es hat sich aber gezeigt, daß weder die im traditionellen noch die im transformationellen Beschreibungsansatz vertretenen Thesen vollsta¨ndig und korrekt den Zusammenhang beschreiben, der zwischen den inhaltlich zu unterscheidenden Negationstypen und der Stellung von ‘nicht’ besteht. Adamzik (1987) hat daher den Versuch unternommen, Typen negierter Sa¨tze durch die Explizierung der Teilinformationen, die in diesen Sa¨tzen jeweils negiert sind, gegeneinander abzugrenzen. Zugleich liegtihm damn, die semantische und die formale (syntaktische Beschreibung zu integrieren. Die Typenunterschiede lassen sich darauf zuruckfu¨hren, daß die Negation sich auf unterschiedliche Teilinformationen, die die Satzbedeutung insgesamt konstituieren, beziehen kann. Es wird also darauf ankommen, die einzelnen Teilinformationen des Satzes heuristisch zu isolieren und zu zeigen, welche Auswirkungen die jeweilige Negierung solcher Teilinformationen hat. Das was herko¨mmlicherweise als ‘Satznegation’ bezeichnet wird, nennt er ‘Pra¨dikationsnegation.’ Die Negation mit niemand/nichts usw., auf die er sich mit dem Ausdruck Existenznegation bezieht, hat der traditionellen Auffassung Schwierigkeiten bereitet. Bisher wurde die Negation mit ‘niemand/nichts’ usw. teils der Satznegation zugeschlagen, teils aber auch der Sondernegation. Da aber beide Lo¨sungen Schwierigkeiten bereiten, wird die Negation mit ‘nichts’ und ‘niemand’ als eigenstandiger Negationstyp (Existenznegation) betrachtet. Das zentrale Ausdrucksmerkmal fu¨r die Sondernegation ist die Intonation. Das Element, das die Bezuggro¨ße fu¨r die Sondernegation darstellt, wird betont. Dasselbe Argument gilt auch im Koreanischen. Besonders die Annahme u¨ber die Existenz der Sondernegation im Koreanischen halte ich fu¨r relevant. Die Sondernegation im Koreanischen wird ebenfalls durch Betonung realisiert. Es ist daher plausibel anzunehmen, daß es im Koreanischen ebenfalls 3 Negationstypen gibt, u. z. Pra¨dikationsnegation, Existenznegation und Sondernegation. Diese Aussage wurde in der vorliegenden Arbeit anhand mehrerer Daten explizit dargestellt.