In dieser Arbeit ist beabsichtigt, die zeitgeno¨ssische Frauenliteraturim deutschsprachigen Raum zu betrachten. Zuerst werden die Tendenzen der neuen deutschen Literatur im allgemeinen u¨berblickt, dann werden drei bedeutende Schriftstellerinnen im westdeutschen Raum, wie Christa Reinig, Gabriele Wohmann und Karin Struck, mit ihren Werken in die Betrachtung gezogen. In der deutschen Frauenliteratur der 70er und der 80er Jahre, die sich unter dem Einftuß der neuen Frauenbewegung entwickelte, sind es zwei Stro¨mungen, die sich unterscheiden lassen. Zum einen die Suche nach der eigenen Identita¨t und nach Selbstverwirklichung : zum anderen Kritik an den gesellschaftlichen Verha¨ltnissen, die eine Kritik an der patriarchalischen Struktur der Gesellschaft und eine Parteinahme fu¨r seine Opfer, besonders die Frauen, einschloß. Aus der Suche nach dem eigenen Ich entstand eine ganze Reihe von mehr oder weniger autobiographiachen Texten. Da werden zahlreiche Kindheiten von Frauen erza¨hlt, die wa¨hrend des Zweiten Weltkriegs oder in den Jahren davor oder danach geboren warden. Die Versuche von Frauen, sich schreibend selber zn finden, mu¨nden vielfach in bittere Auseinandersetzungen zwischen Generationen oder Geschlechtern. Die Lo¨sung aus Bindungen, die das eigene Ich verku¨mmern lassen oder qua¨lm, kann zur Selbstfindung und damit zu relativer Unabha¨ngigkeit, Freiheit, Autonomie und Lust und Mut zu eigenen Aktivita¨ten fu¨hren. Die gesellschaftkritische Frauenliteratur wa¨re in drei große Gruppen zu unterteilen. Zum einen Erlebnisberichte und dokumentarische Texte, wie sie zahlreich zur Zeit nach der Studentenrevolte erschienen. Die nicht-dokumentarische Literatur umfaßt zwei Stro¨mungen, zum einen jene Schriftstellerinnen, die die mangelhafte Situation von Frauen zum Mittelpunkt machen ; zum anderen jene, die die Du¨rftigkeit des Alltags sezierend aber ohne geschlechtsspezifiachen Blick schildern. Drei Autorinnen wie Christa Reinig, Gabriele Wohmann und Karin Struck Bind diejenigen, die im westdeutschen Raum mehr oder weniger zu den oben genannten Stro¨mungen geho¨ren ko¨nnten. Die kritische Einbeziehung der sozialen Wirklichkeit der Frauen in eine Literatur finden wir bei Christa Reinig in ihrem autobiographischem Roman 『Die himmlische und die irdische Geometrie』 und auch den Roman PEntmannungd. Gabiele Wohmann schildert die Suche nach eigenen Identitat und die Schriftstellerexistenz in ihrem Roman PSchßnes Geheged. Karin Strucks Entwicklung vom “authentischen Schreiben“ zur “authentischen Literatur“ wurde in ihrer Erzahlung PTrennungd bewiesen, die sowohl das Suchtmilieu unter proletarischen Mannern als auch die ausweglos werdende Beziehung und die Identitatsuche der Heldin schildert.