In der siebziegerja¨hrige Lehrstu¨ck-Diskussion bestehen unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich des Stellenwerts der Produzentenkunstidee innerhalb von Brechts Theatertheorie und innerhalb kulturgeschichtlicher Zusammenha¨nge, in bezug auf die Konkretion der sus dem Lehrstu¨ck und seiner Theorit abgeleiteten Theoris-Praxis-Dialektik und hinsichtlich der geselschaftlichem Realisierbarkeit des Lehrstu¨cks im Vergleich zum epischen Theater. Die Produzentenkunst wird von einer westdeutschen Forschungerichtung zum zentralen Kriterium erhoben, das der grundsa¨tzlichen Abgrenzung des Lehrstu¨cks vom epischen Theater dient. Von anderer Seite wird diese These mit dem Hinweis auf die Zusammenha¨nge dieser Idee mit Brechts Auffassungen u¨ber den Funktionwechsel des Theaters und mit anderen Kunststro¨mugen relativiert. Wahrend die erstgenannten Forschungsrichtung die Dialektik Denken/Verhalten im Lehrstu¨ck erst aufgrund einer gesellechaftlicher Kongruenz zwischen ‘Spiel-Praxis’ und gesellschaftlicher Praxis voll realisiert sieht, setzen andere Auffassungen seinen mittelbaren Praxisbezug voraus. Die eine These geht von der gesellschaftsgeschichtlichen Zugeho¨rigkeit des Lehretu¨cks zum Sozialismus aus, der als mehr oder weniger utopisches Geaellsclhaftsmodell verstanden ist. Die andere These geht prinzipiell von der Mo¨glichkeit eines Nebeneinanders des Lehrstu¨cks und epischen Theaters in beiden Gesellschaftssysteme aus.