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KCI 등재
독일 68세대 삶의 양식으로서 여행-베른바르트 페스퍼와 롤프 디터 브링크만의 여행문학 연구
Reisen als Lebensstil der deutschen 68er-Generation-Eine Untersuchung zur Reiseliteratur von Bernward Vesper und Rolf Dieter Brinkmann
신혜양 ( Shin Hye Yang )
UCI I410-ECN-0102-2018-800-000443966

In der vorliegenden Arbeit wird die Reiseliteratur der deutschen 68er-Generation untersucht. Im Vergleich zu den revolutionaren Tatigkeiten der 68er-Generation sind ihre Texte uber das Reisen bisher nicht naher erforscht. Wenn man diese aber aus der soziokulturellen Perspektive der Reiseliteratur analysiert, lassen sich die Lebensideale und Kulturpraxen der 68er-Generation noch starker erhellen. Zu diesem Zweck werden hier Die Reise von Bernward Vesper und Rom, Blicke von Rolf Dieter Brinkmann unter die Lupe genommen. Vespers Romanessay Die Reise gilt als ein reprasentativer Text der 68er-Generation. Nicht weniger bedeutsam ist Brinkmanns Rom, Blicke als ein Erneuerungsversuch der Gattung Reiseliteratur. Die Texte beider Autoren stellen ihr revolutionares Bewusstsein dar und zeigen soziokulturelle Merkmale ihrer Generation. Vesper begann mit seinem Roman Die Reise wahrend seiner Europareise im August 1969 und arbeitete an ihm bis zu seinem Tod im Mai 1971, als er sich in der Psychiatrie in Hamburg-Eppendorf das Leben nahm. Das Buch blieb unvollendet und wurde 1977 postum veroffentlicht. Sein Roman erzahlt sowohl von seiner realen Reise, als auch von den Rauscherlebnissen auf Grund des Rauschgifts, das er wahrend seiner Reise standig eingenommen hatte. Seine Reise war so zugleich ein Trip. Vesper wollte wie viele seiner Generation mit Drogen die zeitliche und raumliche Schwelle der Wirklichkeit uberschreiten und im Geistigen eine Alternative suchen. Er meinte, mit Rauschgift konnte man die heillose Wirklichkeit verlassen und eine Zwischenetappe erreichen, von der aus man zum endgultigen Ziel der Lebensreise vorwartsschreiten konnte. So ein ideales Ziel ohne soziale Abstande konnte Vesper aber nicht mehr fur sich erhoffen, als er mit einer Uberdosis Schlafmittel seinem Leben ein Ende setzte. Die Reise bleibt aber als ein Indiz seiner revolutionaren Traume, die er nicht verwirklichen konnte. Brinkmanns Rom, Blicke (1979) verdankt seine Entstehung einem zehnmonatigen Stipendiumsaufenthalt im Jahr 1972 in der Villa Massimo in Rom. Brinkmanns Reisebeschreibungen unterscheiden sich von klassischen Reiseberichten, vor allem von Goethes Italienische Reise, indem er Italien nicht mehr als Kern der europaischen Kultur, sondern als deren Endstation ansah und die Stadt Rom als eine amerikanisierte kapitalistische Konsumgesellschaft darstellte. Er wollte in seinem Reisebericht mit zahlreichen Materialien aus dem Alltag davon uberzeugen, dass die alte Tradition der europaischen Kultur und ihrer Bildungsideale keine Gultigkeit mehr besitzt, wahrend viele deutsche Touristen mit Bussen weiter nach Rom stromen. Im Vergleich zu traditionellen Reiseberichten, die die Welterfahrung des Bildungsburgertums in positiver Hinsicht beschreiben, schildert Brinkmann seine Erlebnisse in Rom mit einem kritischen Blick und stellt den Sinn der Reise in Frage. Rom, Blicke ist in diesem Sinne ein Beispiel der Reiseliteratur, die die negativen Seiten des Reisens reflektiert. Vespers Die Reise und Brinkmanns Rom, Blicke, beide wahrend der Reisen ihrer Autoren niedergeschrieben, zeugen von der Zeitkritik der 68er-Generation, dass Wirtschaftswunder und materieller Reichtum keine Garantie fur eine humane, gluckliche Gesellschaft sind. Als Reiseliteratur stellen beide Texte ihre Figuren als solche dar, die nirgendwo ein Zuhause finden und vom stetigen Drang nach weiteren Reisen bewegt werden, und thematisiert somit die Reise an sich. Mit solchen postmodernen Ansatzen reprasentieren sie den Lebensstil der 68er-Generation.

[자료제공 : 네이버학술정보]
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